Schnelleinstieg-Anleitung Polysun

Unser Schnelleinstieg zeigt Ihnen in nur acht Schritten, wie Sie Ihr erstes Projekt in Polysun abbilden und dynamisch planen können. Wir zeigen Ihnen dies, am konkreten Beispiel eines Mehrfamilienhauses auf. Diese Anleitung ist ein ideal, um Polysun kennenzulernen und bildet zugleich die Grundlage für größere Projekte mit mehreren Erzeugern, Quellen und projektspezifischen Steuerungsstrategien.

Zusätzlich zur folgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung steht Ihnen auch ein Video-Tutorial zur Verfügung

Zusätzlich der untenstehenden Schritt für Schritt Anleitung steht Ihnen ein Video Tutorial zur Verfügung

Auswahl einer passenden Vorlage und Eröffnung eines Projekts

Wählen Sie die Standardvorlage „19h” aus. Durch Doppelklick auf die Vorlage öffnen Sie ein neues Projekt. Geben Sie dem Projekt einen Namen. Ein Projekt kann verschiedene Planungsvarianten umfassen und verfügt über Standortdaten, die ihm zugeordnet sind.

Praxistipp

Durch einen Rechtsklick auf eine Standardvorlage können Sie diese Ihren Favoriten hinzufügen. Sie können auch eine Variante in eine Benutzervorlage umwandeln, indem Sie im Projektbereich mit der rechten Maustaste auf die Variante klicken.

Eingabe der Standortdaten

In der Projekt-Übersicht können Sie Ihr Projekt und Varianten für den Projektbericht näher beschreiben. Wählen Sie den Standort der Anlage entweder aus einer Datenbank oder mithilfe einer Karte aus.

Praxistipp

Meteonorm Version 6 sind lokal gespeicherte Standortdaten, welche nur ausgewählt werden, wenn der Benutzer offline ist oder kein Zugang zum Webservice hat. Webservice sind die aktuellsten Wetterdaten über die API.

Eingabe der Heizlast und des Heizwärmebedarfs des Gebäudes

Klicken Sie auf der linken Seite auf die Variante und führen Sie einen Doppelklick auf das Gebäude aus. Definieren Sie den Wärmebedarf Ihres Gebäudes – in diesem Fall eines Mehrfamilienhauses – mit der gängigsten Methode, d. h. über Heizlast und Heizwärmebedarf, wie in der untenstehenden Abbildung dargestellt.

In Polysun kann der Gebäudeenergiebedarf jedoch auf verschiedene Weise definiert werden, wie im untenstehenden Praxistipp erwähnt.

Praxistipp

Für die Modellierung von Gebäuden in Polysun stehen – je nach Datenlage und Planungsphase – zusätzlich drei praxiserprobte Wege zur Verfügung:

1. Planung auf Basis von Heizlast und Heizwärmebedarf

Basierend auf gemessenen Verbrauchsdaten oder anderweitigen Berechnungen können Sie die Heizlast und den Heizwärmebedarf direkt zur Definition des Gebäudewärmeverbrauchs nutzen.
Gradstunden-Modell
Empfehlung: Schnell und zuverlässig für Sanierungen und Vorstudien.

2. Import externer Gebäudesimulation
Für höhere Genauigkeit kann das Gebäude zunächst mit externer Software (z. B. EnergyPlus, IDA ICE) simuliert werden. Die Lastprofile werden anschließend in Polysun über den stündlichen Enenergiebedarf importiert.
Empfehlung: Präziser und schneller Ansatz für Fachplaner bei komplexen Projekten.

3. Interne Gebäudemodelle in Polysun
Für frühe Planungsphasen stehen drei Modelle zur Verfügung:
Gradstundenmodell (vereinfachte Abschätzung), Quasi-dynamisches Gebäudemodell, und das dynamische Modell
Grundsatz: Modellwahl nach Planungsphase und Datenverfügbarkeit.

Eingabe oder Import des Brauchwasserbedarfs 

Der Warmwasserbedarf des Mehrfamilienhauses kann durch einen Doppelklick auf den Warmwasserhahn definiert werden.  Als Vorauswahl ist die gängigste Methode bereits voreingestellt: die Eingabe über den Tagesverbrauch in Litern pro Tag (l/Tag). Für eine realitätsnahe Simulation lässt sich dieser Bedarf über Tagesprofile weiter präzisieren, indem Sie exakt festlegen, zu welchen Uhrzeiten das Warmwasser gezapft wird (z. B. Lastspitzen am Morgen oder Abend). Eine detaillierte Anleitung finden Sie unter Warmwasser.  

Auswahl der Wärmepumpe und Dimensionierung weiterer Wärmeerzeuger

Ist der Verbrauch von Wärme- und elektrischer Energie definiert, kann dieser mithilfe eines Wärmeerzeugers bzw. Stromerzeugers und einer korrekten Steuerung über das Jahr hinweg gedeckt werden. In den Vorprojekten gibt es meist schon Versorgungsideen oder sogar einzelne Varianten. In einem ersten Schritt kann diese grobe Variante beispielsweise mit Faustformeln berechnet und abgebildet werden. Durch einen Doppelklick auf den Wärmeerzeuger öffnet sich der Katalog des jeweiligen Wärmeerzeugers. Durch Scrollen nach rechts oder das Expandieren des Fensters können im Katalog alle Parameter des jeweiligen Wärmeerzeugers eingesehen werden.

In unserem Beispiel des Mehrfamilienhauses gibt es zwei Wärmeerzeuger: die Luft-Wasser-Wärmepumpe und die Solarthermie-Kollektoren. Durch einen Doppelklick auf die jeweilige Komponente können Sie diese, wie unten dargestellt, parametrieren. Es kann aus einem Herstellerkatalog von Wärmepumpen und Solarthermie-Kollektoren ausgewählt werden.

Falls Größe und Typ der Wärmepumpe nicht bekannt sind, können die generischen Profile (z. B. Hersteller anonym, 150 kW) aus dem Katalog verwendet werden. Durch Scrollen nach rechts im Katalog können die Betriebspunkte der Kennlinie der jeweiligen Wärmepumpe für die Heizleistung und elektrische Energie eingesehen werden. Im achten Schritt kann diese grobe Auslegungsvariante mit unterschiedlichen Varianten (z. B. Größe der Wärmepumpe, Größe der Pufferspeicher, Steuerungsstrategie) optimiert werden.

Praxistipp

Sie können Ihre eigene Wärmepumpe definieren und die Betriebspunkte von Wärmepumpen im Katalog anpassen: 1) klicken Sie im Katalog mit der rechten Maustaste auf den Katalogeintrag der Wärmepumpe und kopieren Sie den Katalogeintrag, 2) Definieren Sie den eigenen Namen der Wärmepumpe und editieren Sie die Kennlinie

Falls Sie das Mehrfamilienhaus ohne Solarthermie simulieren möchten, können Sie diese ganz einfach ausschalten:
Doppelklick auf die « Pumpensteuerung Solarkreislauf »=> Freigabezeiten der Pumpensteuerung Montag bis Sonntag entfernen

Auswahl und Dimensionierung der Speicher

Die Auswahl der Speicher erfolgt häufig anhand der vorhandenen Platzverhältnisse. Sie können den jeweiligen Speicher per Doppelklick aus dem Herstellerkatalog auswählen und parametrieren. Falls kein spezifischer Speicher bekannt ist, können generische Speicher aus dem Katalog ausgewählt werden (z. B. Hersteller anonym, 4.000 l Pufferspeicher).

Simulation und Analyse der Ergebnisse

Sobald die Verbraucher und Erzeuger parametriert sind, kann die Simulation des Mehrfamilienhauses mit Klick auf den grünen Play- Knopf gestartet werden. Das Anlagesystem wird jetzt für jeden Zeitschritt für 365 Tage dynamisch simuliert. Den Status der Simulation können Sie in der Fusszeile verfolgen.

Sobald das Jahr durchsimuliert ist, erhalten Sie eine Übersicht der Simulationsergebnisse mit typischen Kennzahlen.

Im Menüpunkt Resultate können Sie die Ergebnisse der Simulation Ihrer Anlage näher analysieren und Projektberichte generieren. Dazu steht Ihnen je nach Fragestellung die passenden Ansichten zur Verfügung. Einen guten Einstieg in die Analyse geben folgende Ansichten:

  • Systemresultate: Zeigt die zentralen Kennzahlen der Anlagenvariante pro Monat
  • Komponentenresultate: Zeigt den Verlauf der Parameter jeder Anlagenkomponente pro Monat
  • Simulationsanalyse: Zeigt die Systemzustände für jeden Zeitschritt der Simulation

Variantenbildung und Optimierung

Durch einen Klick der rechten Maustaste auf die erste Variante können Sie die Ursprungsvariante des Mehrfamilienhauses kopieren. Nun können Sie die Anlage basierend aus den Erkenntnissen der Analyse der Resultate optimieren und eine neue Anlagevariante generieren.

Mit Hilfe des Berichts Variantenvergleich in den Resultaten lassen sich die einzelnen Varianten vergleichen und so die optimale Variante für die Energieversorgung ihres Projektes finden.