Studien
PV Planer mit Google Maps: Kriterien und Vergleich
Die Planung von Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) wird durch die Integration von Google Maps immer präziser und effizienter. Moderne PV Planer nutzen Satellitenbilder, aktuelle Einstrahlungsdaten und digitale Werkzeuge, um Solaranlagen optimal zu dimensionieren. In diesem Artikel werden die Vorteile eines PV Planer mit Google Maps erläutert und die Unterschiede zwischen kostenlosen PV-Planungstools und professionellen Lösungen aufgezeigt.
Nutzung von Google Maps bei der PV-Planung
PV Planer mit Google Maps werden zunehmend für die Planung von Photovoltaikanlagen eingesetzt. Sie ermöglichen eine schnelle und ortsunabhängige Analyse von Dächern und Grundstücken, um deren Eignung für Solaranlagen zu beurteilen und erste Entwürfe zu erstellen.

Der typische Ablauf der PV-Planung mit Google Maps sieht wie folgt aus:
- Dachfläche erfassen: Zunächst wird das Dach des betreffenden Gebäudes auf der Karte markiert und vermessen. Die genaue Erfassung von Form, Größe, Ausrichtung und Neigung des Dachs ist entscheidend, um die verfügbare Fläche und die optimale Positionierung der Solarmodule zu bestimmen
- Hindernisse einzeichnen: Es werden alle relevanten Hindernisse wie Kamine, Dachfenster, Klimaanlagen oder andere Aufbauten eingezeichnet. Diese können Schatten werfen oder die Montage behindern und müssen bei der Belegung ausgespart werden
- Bäume und Umgebung berücksichtigen: Im Umfeld des Dachs werden Bäume oder andere potenzielle Verschattungsquellen markiert, um deren Einfluss auf die Sonneneinstrahlung zu simulieren
- Schattenanalyse durchführen: Mithilfe von KI-gestützten Tools und Wetterdaten kann eine stunden- und jahreszeitabhängige Verschattungsanalyse durchgeführt werden. So lässt sich abschätzen, wie viel Sonnenlicht die Dachfläche tatsächlich erreicht und wie hoch der potenzielle Energieertrag ist
- Belegung und Komponentenplanung: Auf Basis der gewonnenen Daten werden die Solarmodule virtuell platziert. Anschließend werden Wechselrichter und ggf. Batteriespeicher dimensioniert
- Ertrags- und Wirtschaftlichkeitsprognose: Die Tools liefern eine Schätzung des zu erwartenden Stromertrags und der möglichen Einsparungen. Dies bildet die Grundlage für das Angebot an den Kunden
- Preis- und Finanzierungsübersicht: Abschließend kann eine Kostenkalkulation und ggf. eine Finanzierungsoption erstellt werden
Worauf ist bei der Nutzung von Google Maps zu achten?
Die PV Planung mit Google Maps hat gewisse Vorteile jedoch auch Einschränkungen:
- Genauigkeit und Aktualität der Daten:
Die Bildauflösung von Google Maps (und Google Earth) ist für die Grobplanung meist ausreichend, reicht aber für die präzise Detailplanung oft nicht aus. Wichtige Details wie kleine Hindernisse, Dachaufbauten oder genaue Dachkanten können fehlen.
Die Satellitenbilder sind nicht immer aktuell. Neubauten, Umbauten oder Veränderungen in der Umgebung (z. B. gewachsene Bäume) werden möglicherweise nicht berücksichtigt.
- Begrenzte Perspektiven:
Google Maps bietet meist nur die Draufsicht und wenige schräge Ansichten. Für die genaue Planung der Modulneigung und zur Beurteilung von Verschattungen aus verschiedenen Richtungen sind zusätzliche Datenquellen (z. B. Drohnenaufnahmen) oft notwendig.
- Fehlende Geländedaten:
Höhenprofile und genaue Dachneigungen lassen sich mit Google Maps nur eingeschränkt erfassen. Für die optimale Ausrichtung und Neigung der Module sind diese Daten aber entscheidend. - Sicherheitsabstände und Normen:
Bei der Planung sind gesetzliche Vorgaben und technische Normen zu beachten, etwa Abstände zu Dachrändern, Blitzschutzanlagen oder Fluchtwegen. Diese werden in Google Maps nicht automatisch berücksichtigt und müssen manuell eingeplant werden.
Worauf kommt es bei einem PV Planer mit Google Maps an?
Ein PV Planer mit Google Maps sollte folgende Kernfunktionen bieten:
- Präzise Dachflächenerfassung: Über die Google Maps Satellitenansicht wird die exakte Dachform digital abgegrenzt und vermessen, inklusive Dachneigung und Ausrichtung.
- Verschattungsanalyse: Potenzielle Verschattungen durch Bäume, Nachbargebäude oder andere Objekte werden erkannt und in die Planung einbezogen.
- Echtzeit-Visualisierung: Die geplante Modulbelegung und der zu erwartende Solarertrag werden direkt auf dem Luftbild angezeigt.
- Integration von Einstrahlungsdaten: Werden standortspezifische Wetter- und Einstrahlungsdaten für eine realistische Ertragsprognose genutzt.
- Benutzerfreundlichkeit: Die Planung erfolgt digital, schnell und ortsunabhängig – ein Vor-Ort-Termin oder Download der Software ist oft nicht mehr nötig.
Die Unterschiede in den Funktionalitäten einer kostenlosen PV-Planungssoftware und eines professionellen Tools zum PV Anlagen planen werden anhand von zwei Beispielen gegenübergestellt: dem Fronius Solar.creator (kostenlose PV-Planungssoftware) und Polysun SPT (professionelle PV-Planungssoftware).
Unterschiede PV Planungssoftware kostenlos versus kostenpflichtig
Die Unterschiede eines einfacheren kostenlosen Planungstools gegenüber einer professionellen Lösung werden untenstehend anhand der wichtigsten Kriterien aufzeigt.
| Funktion | Polysun SPT (professionell) | Fronius Solar.creator (kostenlos) |
|---|---|---|
| Dachauswahl via Google Maps | Ja, plus Bing und eigene Bilder | Ja |
| 3D-Visualisierung | Automatisch, inkl. Gelände und Gebäude | Nein, nur 2D |
| Verschattungsanalyse | Detailliert, inkl. Störflächen & Gauben | Grundlegend, keine komplexe 3D-Analyse |
| Stringplanung | Automatisch & manuell, inkl. Stringpläne | Automatisch, Fokus auf Fronius-Produkte |
| Produktdatenbank | Sehr umfangreich, herstellerübergreifend | Fokus auf Fronius-Produkte |
| Wirtschaftlichkeitsberechnung | Detailliert, inkl. Eigenverbrauch, Speicher | Grundlegend, mit Wetterdaten |
| Multi-Dach-/Projektplanung | Ja, mehrere Dächer/Gebäude pro Projekt | Ja, mehrere Projekte verwaltbar |
| CAD-/Schaltplan-Export | Ja, inklusive Montagepläne | Nein, nur PDF-Berichte |
| Preis | Kostenpflichtig, professionelle Lösung | Kostenlos, für einfache Projekte |
Für nähere Informationen ist die Dachplanung mit Google Maps ist am Beispiel eines Pultdaches in untenstehendem Video ersichtlich:
Fazit
Google Maps eignet sich sehr gut für die schnelle, ortsunabhängige Erstplanung und Angebotserstellung bei PV-Projekten. Für eine professionelle, detailgenaue Ausführungsplanung sind jedoch aktuelle Dachpläne oder hochauflösende Bilder (z. B. von Drohnen) und ergänzende Datenquellen unverzichtbar. Die Einhaltung technischer und rechtlicher Vorgaben muss stets gewährleistet werden.
Kostenlose Tools wie der Fronius Solar.creator bieten einen einfachen Einstieg und sind oft begrenzt in der Modulauswahl oder Komponentenauswahl. Professionelle Tools, wie beispielsweise Polysun SPT mit 3D-Visualisierung und professionellen Exportfunktionen sind besser geeignet für Fachbetriebe und anspruchsvolle Projekte. Wer Wert auf Genauigkeit, Flexibilität und professionelle Ergebnisse legt, profitiert langfristig von den erweiterten Möglichkeiten von professionellen Tools.