Heizlast und Heizwärmebedarf für Anlage Simulation eingeben
Dieser Artikel richtet sich an Polysun-Nutzer und zeigt, wie sich der berechnete Heizlast- und Heizwärmebedarf als Inputparameter für die Anlagen-Simulation einsetzen lässt.
Um eine Anlage – beispielsweise eine Wärmepumpe, eine bivalente oder eine Hybridanlage – präzise auszulegen, muss der thermische Wärmebedarf des Gebäudes in der Simulation ermittelt werden. Sollte eine Berechnung der Heizlast und des Heizwärmebedarfs vorliegen, können diese beiden Werte zur Definition des thermischen Verhaltens des Gebäudes verwendet werden.

Die Heizlast gibt die maximale Leistung [kW] an, die an das System (z. B. ein Gebäude) abgegeben werden muss. Der Heizwärmebedarf gibt dagegen an, wie viel Energie [kWh] über das gesamte Jahr hinweg bereitgestellt werden muss. Mithilfe dieser beiden Angaben wird festgelegt, wie viel Leistung und Energie die Anlage bereitstellen muss, um die gewünschte Raumtemperatur einzuhalten.
Heizlast und Heizwärmebedarf als Parameter eingeben
In der Gebäudekomponente werden nach Auswahl des Gradstunden Modells die zwei Inputzeilen Heizwärmebedarf und Heizlast ersichtlich und lassen sich dementsprechend ausfüllen.

Neben dem Heizwärmebedarf und der Heizlast ist die Soll-Raumtemperatur für das Gradstundenmodell wichtig. Sie beeinflusst die Ausgleichstemperatur — die Aussentemperatur, bei der das Gebäude im thermischen Gleichgewicht steht und weder beheizt noch gekühlt werden muss. Die präzise Beschreibung des Berechnungsprinzips der Gradstunden Modelle finden Sie hier.
Eingegebene Heizlast plausibilisieren
Eine Heizlastberechnung wird bei einer bestimmten Normauslegungstemperatur durchgeführt. Polysun bestimmt die Norm-Aussentemperatur anhand der Wetterdaten: Dabei wird die niedrigste Temperatur, die über mindestens zwei Stunden anhält, um 2 °C reduziert. Die eingegebene Heizlast entspricht dem maximalen Wärmebedarf bei Norm-Aussentemperatur. Der Wärmebedarf wird anhand der stündlichen Aussentemperaturen aus den Wetterdaten über das Jahr verteilt. Dieses Verhalten kann in der grafischen Auswertung visualisiert und plausibilisiert werden.

Manuelle Anpassung der Norm-Aussentemperatur
Eine Heizlastberechnung beinhaltet meist auch die Auslegungstemperatur. Weicht diese von der Polysun-Norm-Aussentemperatur ab, lässt sich der Wert manuell überschreiben.

Diese manuell eingegebene Temperatur beschreibt den Punkt, an dem die Heizlast auftritt:
- Wird diese Temperatur in den standortbezogenen Wetterdaten im Jahresverlauf nicht erreicht, liegt der maximale Heizwärmebedarf unter der Heizlast
- Treten in den Wetterdaten hingegen noch niedrigere Temperaturen auf, liegt der maximale Heizwärmebedarf über der Heizlast.

Alternativen ohne vorliegende Heizlastberechnung
Sollte keine Heizlastberechnung vorliegen, bietet Polysun auch ein dynamisches Modell, mit dem Sie das Gebäude anhand seiner physikalischen Eigenschaften beschreiben können. Wenn Sie für ein Bestandsgebäude einen Heizungsersatz planen, lassen sich die Heizlast und der Heizwärmebedarf zudem anhand des bisherigen Brennstoffverbrauch ermitteln. Darüber hinaus gibt es auf dem Markt zahlreiche spezialisierte Softwarelösungen. Die wichtigsten Programme für die Berechnung nach DIN EN 12831 haben wir in diesem Blogartikel übersichtlich für Sie zusammengestellt.